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SKH Markgraf Maria Emanuel von Meißen, Prinz von Sachsen, Chef des sächsischen Königshauses *31. Januar 1926 – + 23. Juli 2012

Im 87. Lebensjahr verstarb am 23. Juli Seine Königliche Hoheit Maria Emanuel Markgraf von Meißen in La Tour de Peitz in der Schweiz. Der Sohn SKH Markgraf Friedrich-Christian von Meißen (1893-1968) und IKH Markgräfin Elisabeth Helene von Thurn und Taxis (1903-1976) war seit dem Tod seines Vaters 1968 Chef des sächsischen Königshauses und de jure König von Sachsen.

Seine Ehe mit IKH Markgräfin Anastasia-Louise von Meißen, geborene Prinzessin von Anhalt (*1940), blieb kinderlos, weshalb er im Mai 1997  den Sohn seiner Schwester, Prinzessin Maria Anna von Sachsen (+13. März 2012),  Prinz Alexander Afif von Sachsen-Gessaphe, zum Erben ernannte. 1999 adoptierte er Prinz Alexanderund übertrug ihm  den gesetzlichen Familiennamen „Prinz von Sachsen“.

Prinz Alexander von Sachsen-Gessaphe (2.v.r.), Markgraf von Meißen, mit seiner Frau, Prinzessin Gisela von Sachsen (2.v.l.) und den Kindern Prinz Paul-Clemens (l.), Prinzessin Maria Teresita (M.) und Prinz Mauricio-Gabriel (r.). Der älteste Sohn und Kronprinz, Prinz Georg von Sachsen (*24. Mai 1988) fehlt auf diesem Bild. Er wird in diesem Corona-Artikel gesondert vorgestellt.

So wurde der Familienzweig Sachsen-Gessaphe als neuer Zweig des Hauses Wettin begründet, der die Dynastie nach dem Tod Markgraf Maria Emanuels fortführt. Am 24. Juli erklärte Prinz Alexander, daß er den Titel Markgraf von Meißen als neuer Hauschef annehme. Die Entscheidung wird von einem Teil der Königsfamilie nicht anerkannt.

Geboren wurde Markgraf Maria Emanuel am 31. Januar 1926 auf Schloß Prüfening, einem Besitz der Familie Thurn und Taxis, aus der seine Mutter stammt.  Sein Vater, Markgraf Friedrich Christian, war als zweitältester Sohn König Friedrich Augusts III. von Sachsen nach dem Thronverzicht seines Bruder, Kronprinz Georg, der sich dem Jesuitenorden anschloß und 1924 zum Priester geweiht wurde, der nächste Thronanwärter. Als 1932 der König starb, nahm der neue Chef des Hauses den Titel Markgraf von Meißen an, eine Tradition, die Prinz Maria Emanuel beibehielt und die jetzt auch Prinz Alexander ankündigte.

Als Schüler wurde Prinz Maria Emanuel 1943 wegen eines gegen das NS-Regime gerichteten Briefes verhaftet, wegen Wehrkraftzersetzung und Rundfunkverbrechen angeklagt. Zunächst wurde er in Saulgau (Württemberg) festgehalten, dann aber nach Potsdam überstellt, wo ihm vor dem Volksgerichtshof der Prozeß gemacht werden sollte. Roland Freisler starb kurz vor Prozeßeröffnung bei einem Bo,benangriff im Februar 1945. Bei Kriegsende wurde Prinz Maria Emanuel von Sachsen als politischer Häftling durch die in Potsdam einrückenden sowjetischen Truppen befreit und konnte 1946 Eltern und Geschwistern in Vorarlberg wiedersehen.

Die sächsische Königsfamilie wurde nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet. Erst Ende der 1990er Jahre wurde Einigung über Entschädigungen erzielt. In Corona 74 vom 13. Februar 2011 stand:

Das Haus Wettin wird vom „Freistaat“ Sachsen eine finanzielle Entschädigung von 4,2 Millionen Euro für seine unter der Sowjetbesatzung enteignete Porzellansammlung erhalten. Dies regelt ein Vergleich zwischen dem Bundesland und der Königsfamilie, die auf weitere Ansprüche im Zusammenhang mit dem Porzellan verzichtet. Die Kunstschätze wurden 1945 von der Familie versteckt, jedoch entdeckten sie die Kommunisten 1947 und enteigneten sie umgehend. Das Haus Wettin zeigte sich erfreut über die nun getroffene Regelung.

Von dem Vergleich nicht betroffen sind Ansprüche im Zusammenhang mit Möbeln, Gemälden und weiteren Kunstschätzen, die von den Kommunisten geraubt wurden. Das sächsische Finanzministerium ließ verlauten, daß hierzu bis zum Jahre 2012 ein weiterer Vergleich abgeschlossen werden soll.

Die Entschädigung erfolgt auf Grundlage des sogenannten Ausgleichsleistungsgesetzes, welches vorsieht, daß Kulturgüter gegen die Zahlung einer angemessenen Summe für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben sollten. Da dieser Fall sehr spezifisch liegt, ist leider nicht zu erwarten, daß davon eine Signalwirkung für die Wiedergutmachung von Unrecht in der Ostzone und der DDR gerade in Bezug auf die Enteignung von Grundbesitz ausgeht.

Markgraf Maria Emanuel wird in der neuen Gruft für Wettiner, in der sächsischen Königskapelle Imst-Brennbichl in Österreich beigesetzt.

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