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In einer SWR/WDR-Dokumentation von Julia Melchior und Sebastian Dehnhardt werden die beiden Zweige des Hohenzollernhauses relativ fair und halbwegs geschichtlich korrekt vorgestellt. In Interviews kommen SKH Prinz Georg Friedrich von Preußen und seine Frau, IKH Prinzessin Sophie von Preußen, für die kaiserliche Seite zu Wort, den Part des schwäbischen Asts übernehmen SH Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern und SD Prinz Johann Georg von Hohenzollern.

In der Dokumentationsreihe „Deutsche Dynastien„, die im April 2012 zu nachtschlafender Zeit (23.30 Uhr) in der ARD lief, wurden als erstes „Die Hohenzollern“ vorgestellt. Ko-Produzent WDR wird am kommenden Freitag, 27. Juli um 20.15 Uhr, also zu bester Sendezeit, „Die Hohenzollern“ erneut zeigen. Eine zweite Ausstrahlung zeigt das WDR-Fernsehen am Samstag, 28. Juli um 12.50 Uhr.

In der reißerischen Anpreisung und mit falschen Sprachbildern des Senders heißt es:

Keine andere Dynastie ist mit dem Schicksal Deutschlands enger verknüpft als die Hohenzollern. Fürsten, Könige und Kaiser sind aus dem Geschlecht der Hohenzollern hervorgegangen. Jetzt gewähren Georg Friedrich Prinz von Preußen und Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern exklusiv einen persönlichen Blick hinter ihren großen Namen.
Ein Jahr lang begleitete das Filmteam die Familie. Die Kamera ist auch im Sommer 2011 dabei, als der Prinz von Preußen und der Fürst von Hohenzollern Familie und Freunde anlässlich des 950-jährigen Bestehens ihres Hauses auf die Burg Hohenzollern in Baden-Württemberg bitten. Vor Jahrhunderten teilte sich hier die Dynastie in zwei Linien, die bis heute bestehen: das schwäbische Fürstenhaus und das preußische Königsgeschlecht, das bis 1918 die deutschen Monarchen stellte.
Den Porträts von Georg Friedrich Prinz von Preußen und Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern wird die wechselvolle, oftmals dramatische Vergangenheit der Dynastie gegenübergestellt, die mit opulenten Aufnahmen von Originalschauplätzen und seltenen Archivschätzen bebildert wird.

Na ja, ein deutscher Fernsehsender muß so tun, als gäbe es Sensationelles zu sehen. Das ist mitnichten der Fall und die meisten „seltenen Archivschätze“ sind wohlbekannt. Gerade in bezug auf den Großvater des heutigen Hauschefs, SKH Prinz Louis Ferdinand, muß man schmerzlich den Originalton vermissen. So sind die Bilder des Prinz-Louis-Ferdinand-Portraits dieses YouTube-Films zu sehen, aber keinerlei Aussagen des Prinzen zur Monarchie zu hören. Prinz Louis Ferdinand hat nicht „nur einmal“ seine Bereitschaft erklärt, als Monarch zur Verfügung zu stehen, sondern tat dies Zeit seines Lebens und besonders, seit er 1951 das Amt des Familienoberhaupts von seinem Vater, SKH Kronprinz Wilhelm von Preußen, übernommen hatte. Er behielt diese Linie bis zu seinem Tod 1994 bei.

Dennoch, das Anschauen dieser Dokumentation kann nicht schaden.

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