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Die Wahl des 31. Präsidenten nach der Ermordung Kaiser Maximilians verlief so, wie sie in den Vereinigten Mexikanischen Staaten schon wiederholt vonstatten ging: Mit je rund einem Drittel der abgegebenen Stimmen der 62 Prozent Wahlberechtigten, die nach offiziellen Angaben einen Wahlzettel in die Urnen warfen, reklamieren die beiden Bestplacierten den Präsidentenhut für sich (und ihre Parteien).

Andrés Manuel López Obrador war als Kandidat des Parteienbündnisses  MORENA (Nationale Erneuerungsbewegung) am 1. Juli zum Kampf um das höchste Amt in Mexiko angetreten. Sein Bündnis hatte die Partei der Demokratischen Revolution, die Partei der Arbeit und die Bürgerbewegung vereinigt. Die Wahl sei «schmutzig, ungleich und voller Unregelmäßigkeiten» gewesen, sagte er am 2. Juli vor der Presse. Er werde mehrere Klagen bei der Nationalen Wahlbehörde IFE einreichen. Nach deren Angaben liege López Obrador hinter dem Kandidaten der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI), Enrique Peña Nieto. Demnach kam Peña Nieto nach Auszählung von 97 Prozent der Wahllokale auf 38,08 Prozent der Stimmen. Folglich habe er vor López Obrador gesiegt, für den 31,7 Prozent der Wähler stimmten.

Bereits bei den letzten Präsidentenwahlen 2006 hatte López Obrador als ehemalige Bürgermeister des Hauptstadtbezirks von Mexiko seine knappe Niederlage gegen den gegenwärtig noch amtierenden Präsidenten Felipe Calderón wegen angeblichen Wahlbetrugs nicht anerkannt. Er ließ seinerzeit das Zentrum der Hauptstadt monatelang von einem Zeltlager seiner Anhänger blockieren und löste damit eine schwere Krise aus.

Angesichts des republikanischen Chaos‘ sei daran erinnert, daß eine mexikanische Kaiserfamilie auch heute noch besteht. Bevor Kaiser Maximilian 1863 den Thron bestieg, existierte in Mexiko bereits 1822/23  eine Monarchie unter Kaiser Agustín I.. Da die Ehe von  Kaiser Maximilian und Kaiserin Charlotte kinderlos blieb, adoptierte das Kaiserpaar 1865 Agustín de Iturbide y Green (2. April 1863 – 3. März 1925) sowie dessen Vetter Salvador de Iturbide y de Marzán (18. September 1849 – 26. Februar 1895), beide Enkel von Kaiser Agustíns I..

Das heutige Familienoberhaupt ist Nachfahre der Schwester von Salvador de Iturbide y de Marzán und lebt in Perth, Westaustralien: Graf Don Maximiliano Gustav Albrecht Richard Agustín de Götzen-Iturbide. Die Webseite der Casa Imperial bietet auf englisch und spanisch Informationen über die 200-jährige Geschichte der mexikanischen Kaiserfamilie.

Den streitenden, sich revolutionär nennenden Politikern in Mexiko könnte ein Blick auf diese Webseite nicht schaden. Man kann ja nie wissen, wann man einen überparteilischen Schiedsrichter nötig hat.

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