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Wie die Republik alte Vorurteile gegen die Monarchie widerlegt

Erinnern Sie sich noch an die Debatte um Managergehälter und -abfindungen? Grundtenor der Debatte war, daß die Gehälter der Spitzenvertreter der Wirtschaft grundsätzlich zu hoch liegen und diejenigen, die den Karren in den Dreck gefahren haben, dafür nicht noch mit einer Abfindung belohnt werden sollten. Erkennen Sie gewisse Parallelen zum Verhalten des zurückgetretenen Bundespräsidenten?  Das Witzige ist, daß im Falle der Manager zahlreiche Parteipolitiker die Gelegenheit nutzten, deren Verhalten zu kritisieren und sich selbst als bescheiden und moralisch überlegen zu präsentieren. Nachdem bekannt wurde, daß Christian Wulff für seine Amtsausübung neben dem großen Zapfenstreich und einem Ruhegehalt von 199.000 € im Jahr auch noch ein 280.000 € teures Büro mit eigenem Mitarbeiter sowie einen Dienstwagen mit Chauffeur vom Staat finanziert bekommen könnte, dürfte von diesem Gebaren nicht mehr viel übrig bleiben.

Der gebetsmühlenartig vorgetragene und ebenso oft wiederlegte Vorwurf, die Monarchie sei zu teuer, dürfte von deutschen Republikanern in nächster Zeit jedenfalls genausowenig zu hören sein, wie moralische Belehrungen gegenüber der freien Wirtschaft und anderen Akteuren. Zumindest letzteres ist aber nicht unbedingt zu begrüßen, da die Politik den Anspruch haben sollte, Vorbild zu sein. Hier sind wir auch schon beim zweiten Vorurteil gegenüber Monarchien: Was passiert, wenn ein Thronfolger nicht zum Herrscher geeignet ist? Eine charakterliche Eignung der Kandidaten für das höchste Amt in der Republik kann noch viel weniger garantiert werden, solange Parteien die Kandidaten aufstellen. Neben Joachim Gauck tritt diesmal Beate Klarsfeld an, die zumindest in dem Verdacht steht, mit dem Ministerium für Staatssicherheit der letzten deutschen Diktatur enger zusammengearbeitet zu haben, und auch die NPD wird wieder einen eigenen Kandidaten aufstellen dürfen.
Aber nicht nur in bezug auf die Kosten und die moralische Eignung, sondern auch auf die Gewaltenteilung hat das republikanische Modell ernsthafte Risse bekommen. Die Idee der Gewaltenteilung kam auf, um die Macht des willkürlich und arkan regierenden, nicht gewählten Monarchen zu beschneiden. Heute sieht das so aus: Mitarbeiter des Präsidialamtes sitzen zusammen und entscheiden darüber, ob der Ex-Präsident, der gleichzeitig ihr ehemaliger Chef ist, sein Ruhegehalt bekommen soll. Teile dieses Mitarbeiterstabes wurden von Wulff ernannt und Teile werden auch für den neuen Präsidenten arbeiten, so daß es sicher nicht förderlich für die eigene Karriere unter dem neuen Chef wäre, gegen die Rente des Vorgängers zu stimmen.

Inzwischen dürfen die Parteipolitiker, die auch die Regierung und die Verfassungsrichter wählen, in Hinterzimmern zum dritten Mal in zwei Jahren einen neuen Präsidenten auskungeln – auch die Gewaltenteilung in der Republik ist eine Chimäre.

Hohe Kosten, nicht garantierte charakterliche Eignung und zweifelhafte Teilung der Gewalten – wollen wir uns wirklich weiter diesem Risiko aussetzen oder der Republik endlich den Rücken zuwenden?     L.R.

 

900 Jahre Baden feiern –

aber wer ehrt die Verdienste des großherzoglichen Hauses?

Für 2012 wünscht sich die Landesvereinigung Baden in Europa e. V. zur 900. Wiederkehr der Ersterwähnung Badens ein „Fahnenmeer aus gelb und rot. Wir appellieren an Hoteliers und Wirte, Kleingärtner und Firmen und nicht zuletzt an die Kommunen, in diesem Jahr die badische Fahne zu hissen“, sagte Vorsitzender Robert Mürb auf einer Pressekonferenz in der badischen Residenzstadt Karlsruhe. Als Gründungsdatum des Lands gilt eine Urkunde von 1112, in der Markgraf Hermann mit dem Beinamen „von Baden“ genannt wurde.

Die Landesvereinigung und der badische Heimatverein wollen 2012 nutzen, um die Erinnerung an die badische Geschichte wachzuhalten. „Vielen ist gar nicht bewußt, welch bedeutenden Beitrag in der deutschen Geschichte – besonders zur Demokratie – das Land Baden geleistet hat“, sagte Mürb. Baden habe nach seiner Fusion mit Württemberg und Hohenzollern vor 60 Jahren seine regionale Identität nicht abgelegt. Vielmehr gebe es weiterhin eine Mentalitätsgrenze zu Württemberg.

Herzstück der Feierlichkeiten ist eine Landesausstellung vom 16. Juni bis 11. November in Karlsruhe. Daneben hat der Verein eine Vortragsbörse eingerichtet (die aber nicht online auffindbar ist). Dort sollen 30 Wissenschaftler und Heimatkundler ihre Spezialthemen anbieten. Die Spanne reicht von „badischen Fußballhochburgen bis zum Ersten Weltkrieg“ über „Kasper Hauser – eine badische Frage?“ bis zur unvermeidlichen „badischen Revolution 1849“. Geplant sei auch ein Geschichtswettbewerb für Schüler .

Der Monarchist stellt erstaunt fest, daß vom großherzoglichen Haus bei den Plänen der Landesvereinigung keine Rede ist. So ist es denn kaum überraschend, daß SKH Erbprinz Bernhard von Baden Einwände erhebt: „Meine Familie und die Region bestanden jedoch schon vorher“, das heißt, vor der Erstbenennung Markgraf Hermanns II. 1112 als Graf der Burg Hohenbaden bei Baden-Baden. Hermann II. (1074-1130) stammte aus einer Seitenlinie der Herzöge von Zähringen. Der Markgrafentitel war ursprünglich mit der Markgrafschaft Verona (Mark Verona) verbunden, die im 11. Jahrhundert zur Herrschaft der Zähringer gehörte. Nach der Teilung des Adelsgeschlechts und der Verlagerung des Herrschaftszentrums von Schwaben an den Oberrhein behielt ein Familienzweig den Markgrafentitel bei.

Württemberg ging beim Gedenken einen anderen Weg. Dort führte der Chef des Königshauses die 900-Jahrfeierlichkeiten an. „Das Land trägt unseren Namen“, sagte Familienoberhaupt SKH Herzog Carl selbstbewußt, als er am 3. Dezember 1983 mit Ministerpräsident Lothar Späth und dem Ludwigsburger Oberbürgermeister Otfried Ulshöfer mit einer Ehrung am Grab König Wilhelms II. von Württemberg auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg den Veranstaltungsreigen eröffnete. Ein Vorbild für Baden?

In Baden sollten sich die ‘48er-Revolutionsromantiker überwinden und das großherzogliche Haus in ihre Feierlichkeiten einbeziehen. Fußball und Kaspar Hauser machen keinen Staat.  H.S.

 

Die vollständige 93. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 93

Inhalt der 93. Corona-Ausgabe:

  • Wie die Republik alte Vorurteile gegen die Monarchie widerlegt
  • Noch ist Jamaika nicht verloren
  • 900 Jahre Baden feiern – aber wer ehrt die Verdienste des großherzoglichen Hauses?
  • Libyen: Verwandter des Königs zum Chef der Autonomieregierung proklamiert
  • Leserbrief: Kreative Köpfe schätzen

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