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Ist das Amt zu hart, ist der Amtsinhaber zu schwach

Der Bundespräsident kommt nicht zur Ruhe. Nach seiner vorweihnachtlichen Ansprache zur Aufnahme seines Darlehens kamen im neuen Jahr noch nicht bekannte Details zutage, wonach Wulff in einem Anflug von Größenwahn Journalisten und Verleger bedroht hat, um die Veröffentlichung von Artikeln zum Thema zu verhindern. Erst danach beglückte uns der Bundespräsident mit seiner Ansprache. Nachdem nun auch Wulffs Auffassung von Pressefreiheit bekannt wurde, bespricht uns der Bundespräsident erneut, diesmal in larmoyantem Ton: Medienfreiheit ist wichtig. Auch er habe aber Menschenrechte und das Recht, freundschaftliche Beziehungen zu pflegen.

Daß diese Aussage reines Selbstmitleid ist, mag ein Vergleich mit den königlichen Familien Europas belegen. Ein Monarch muß in seinem Leben von frühester Kindheit an auf sehr viel verzichten: König Juan Carlos I. von Spanien etwa wurde aufgrund der politischen Verirrungen in seinem Land fern der Heimat im Exil in Rom geboren. Schon mit zehn Jahren wurde er dann zum Spielball der Politik: Um seiner Familie die Möglichkeit einer Restauration zu erhalten, schickte ihn sein Vater, Don Juan, Graf von Barcelona, zur Ausbildung aus dem Exil nach Franco-Spanien und dort wuchs der Prinz mit Unterbrechungen getrennt von seiner Familie auf. Der Fürst von Wales muß wie die Kronprinzen der meisten anderen Länder eine Ausbildung in allen drei Teilstreitkräften durchlaufen. Ob er dazu Lust hat, ist irrelevant. Jeder Schritt des japanischen Kaiser- und Kronprinzenpaares wird vom Hofamt diktiert, da der Kaiser Symbol des japanischen Volkes ist und sich auch so zu verhalten hat. Für Selbstverwirklichung ist da kein Platz.

Christian Wulff beklagt sich nun, daß er keinen Urlaub im Haus von Freunden machen dürfe und Kredite zu marktüblichen Konditionen aufnehmen müsse. Im Sinne einer beliebten Werbung für Bonbons kann dazu nur gesagt werden: Ist das Amt zu hart, bist du zu schwach. Die Konsequenz dessen wäre eigentlich klar, denn niemand zwingt Wulff, weiterzumachen: Sobald er zurücktritt, ist er Privatmann, kann machen, was er will und muß an sich keine von anderen diktierten moralischen Maßstäbe anlegen lassen. Als dem Protokoll nach wichtigster Mann im Staat muß er dies aber. Wenn auch in geringerem Ausmaß  gab es übrigens auch Monarchen, die auf den Thron verzichtet haben, weil sie ihren privaten Belangen ein höheres Gewicht beimaßen. Der britische König Eduard VIII. dankte 1936 aufgrund seiner Beziehung zu einer zweifach geschiedenen US-Amerikanerin ab. Aber bei einem Rücktritt müßte Wulff ja auf Macht, Karriere und das öffentliche Rampenlicht verzichten, welches seine Frau so schätzt. Da ist es doch besser, die öffentliche deutsche Moral zu ignorieren, sich auf die Unterstützung seiner Partei zu verlassen und alles auszusitzen.        L.R.

Rumänien vertraut König Michael mehr als seinen Politikern

Es mußten 64 Jahre vergehen, bevor das rumänische Parlament König Michael I. wieder mit einem Staatsakt ehrte. An seinem 90. Geburtstag sprach der Monarch am 25. Oktober 2011 erstmals seit 1947 zu den Abgeordneten und ermahnte sie, die Demokratie im Land zu bewahren und die Würde der Nation wiederherzustellen. „Die letzten 20 Jahre brachten Demokratie, Freiheit und die Anfänge von Wohlstand“, sagte er in seiner Rede. „Nach 20 Jahren ist die Zeit gekommen, mit den schlechten Gewohnheiten der Vergangenheit wie Demagogie, Selbstsucht und Versuchen, sich an die Macht zu klammern, zu brechen. Wir können keine Zukunft haben, wenn wir die Vergangenheit nicht respektieren. Die Krone ist kein vergangenes Symbol, sondern das einzigartige Zeichen unserer Unabhängigkeit, Souveränität und Einheit.

Die meisten Abgeordneten bejubelten die Ansprache, die auch von Mitgliedern europäischer Königsfamilien, darunter Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen, verfolgt wurde. Gleichwohl gab es Gegner der Königsrede, wie die Parlamentsmitglieder der regierenden Demokratisch-Liberalen Partei (PDL), die gegen die Ehrung für König Michael votiert hatten. Auch Präsident Traian Basescu zeigte seine langgepflegte Feindschaft und blieb der Zeremonie fern.

Das Ergebnis einer Meinungsumfrage, die am 4. Januar 2012 die rumänische Tageszeitung Adevarul veröffentlichte, zeigt, daß sie Grund haben, den König zu fürchten. Eine „Welle der Sympathie für König Michael“ hatte die Meinungsumfrage ergeben. Die Sympathiewerte für den Monarchen lagen mit 25,7% höher als die von Präsident Basescu (12,9%) und Premierminister Emil Boc (9,7%) zusammengenommen. In der Altersgruppe der 18- bis 20-jährigen bekundeten sogar 27,8% ihr Vertrauen in König Michael. Adevarul führt das gute Abschneiden des Monarchen auf seine Geburtstagsansprache zurück, die einen tiefen Eindruck im Volk hinterlassen habe. Die Angriffe Basescus, der den König einen „sowjetischen Lakaien“ schimpfte, zeigten hingegen keine Wirkung. König Michael hatte auf die Beleidigungen nicht reagiert und Basescu ins Leere laufen lassen. Die Tageszeitung Jurnalul National ernannte König Michael aufgrund seiner Parlamentsansprache zum „Mann des Jahres“.          H.S.

Die vollständige 90. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit: Corona 90 – Nachrichten für Monarchisten

Inhalt:

  • Ist das Amt zu hart, ist der Amtsinhaber zu schwach
  • Dänemark feiert seine Königin anläßlich des 40. Thronjubiläums
  • Rumänien vertraut König Michael mehr als seinen Politikern
  • Einzigartig innerhalb der monarchischen Kontinuität

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